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Pressemitteilung vom 15.04.2026

Koalitionsgespräche nach der Landtagswahl 2026

Haus & Grund fordert echten Kurswechsel in der Wohnungspolitik

Karlsruhe/Stuttgart – Nach der Landtagswahl 2026 und dem Beginn der Koalitionsgespräche zwischen Grünen und CDU fordert die Arbeitsgemeinschaft Haus & Grund Baden-Württemberg einen grundlegenden Perspektivwechsel in der Wohnungspolitik.

„Wer an Baden-Württemberg denkt, denkt als erstes an das Land der Häuslebauer – und erst danach an das der Autobauer. Dieses Selbstverständnis darf die Politik nicht weiter aufs Spiel setzen“, erklären Thomas Haller, Vorstand von Haus & Grund Baden und Sebastian Nothacker, Vorstand von Haus & Grund Württemberg. 

Private Eigentümerinnen und Eigentümer sind das Rückgrat des Wohnungsmarktes im Land. Sie stellen rund 80 Prozent des Mietwohnraums bereit – oft zu moderaten Mieten und mit großem persönlichem Engagement. 

„Wohnungspolitik muss private Eigentümer endlich als Partner begreifen – nicht als Gegner. Ohne sie wird es keine funktionierende Wohnraumoffensive geben“, so Haller und Nothacker weiter. 

Vor dem Hintergrund, dass die Mietpreisbremse in veränderter Form fortgeführt werden soll, mahnt Haus & Grund zu Augenmaß. „Weitere Eingriffe in den Wohnungsmarkt lösen keine Probleme – sie verschärfen sie. Instrumente wie Mietpreisbremse, Kappungsgrenzen oder Umwandlungsverbote schaffen keine einzige neue Wohnung, sondern verhindern Investitionen“, so die Verbände.

Klare Erwartungen an die Koalitionspartner

Eigentümer als Partner anerkennen 

Die neue Landesregierung muss den Kurs wechseln: weg von Misstrauen und zusätzlichen Belastungen, hin zu einer partnerschaftlichen Politik mit privaten Eigentümern. Ohne Vertrauen keine Investitionen – und ohne Investitionen kein neuer Wohnraum. 

Verlässliche Rahmenbedingungen schaffen 

Planungssicherheit, Rechtssicherheit und stabile Förderbedingungen sind entscheidend für Neubau und Modernisierung. 

Mietregulierungen überprüfen 

Die Mietpreisbremse entfaltet nachweislich keine entlastende Wirkung auf angespannten Wohnungsmärkten, sondern bremst Investitionen und verschärft langfristig das Angebot. Entlastung entsteht ausschließlich durch die Schaffung von neuem Wohnraum. Gleichzeitig sind bereits heute zu viele Gemeinden Teil der Gebietskulisse, obwohl dort erkennbar kein angespannter Wohnungsmarkt besteht. Eine weitere Absenkung der Kriterien wäre daher der falsche Weg. 

Grundsteuer fair reformieren 

Bei der Grundsteuer ist es zu einer erheblichen Belastungsverschiebung vom Gewerbe zulasten der Wohngrundstücke gekommen. Gleichzeitig führt das bloße Anknüpfen an Bodenrichtwerte zu systematisch ungerechten Ergebnissen – diese sind als Grundlage für eine faire Besteuerung ungeeignet. Viele Städte in Baden-Württemberg zählen inzwischen zu den Spitzenreitern im bundesweiten Grundsteuerranking. Diese Entwicklung macht eine grundlegende Reform zwingend erforderlich. Wohnen darf nicht zur übermäßigen Einnahmequelle der Kommunen werden. 

Ersterwerb erleichtern 

Die Grunderwerbsteuer ist eine zentrale Hürde für den Weg ins Eigentum. Haus & Grund fordert daher eine Absenkung der Steuer sowie die Einführung von Freibeträgen für den Ersterwerb, um insbesondere jungen Familien den Zugang zu Wohneigentum zu ermöglichen. 

Neubau ermöglichen 

Mehr Wohnraum entsteht nur durch mehr Angebot. Dafür braucht es mehr Bauland, schnellere Genehmigungsverfahren und eine konsequente Vereinfachung des Baurechts. 

Energiepolitik praxisnah gestalten 

Klimaschutz im Gebäudebereich muss bezahlbar, planbar und technologieoffen sein. Das EWärmeG muss abgeschafft werden, da in Baden-Württemberg keine strengeren Regelungen gelten sollten als auf Bundesebene. 

Eigentumsbildung stärken 

Wohneigentum ist weit mehr als ein Dach über dem Kopf: Es ist ein zentraler Baustein für Vermögensbildung und insbesondere für die private Altersvorsorge. Gerade junge Menschen träumen weiterhin von den eigenen vier Wänden – dieser Wunsch ist ungebrochen. Umso wichtiger ist es, ihnen den Zugang zu Eigentum wieder realistisch zu ermöglichen. Um aus der „Generation Miete“ die Generation der Eigentümer zu machen, sind gezielte Förderprogramme, zinsgünstige Darlehen und bessere Rahmenbedingungen notwendig. 

Klare Botschaft 

„Die kommenden Jahre entscheiden darüber, ob Baden-Württemberg wieder ein Land der Häuslebauer wird oder ob sich der Trend zur ‚Generation Miete‘ weiter verstärkt“, so Haller und Nothacker. 

Die ARGE Haus & Grund Baden-Württemberg macht deutlich: Wer Eigentümer als Gegner behandelt, riskiert Stillstand auf dem Wohnungsmarkt. Wer sie als Partner stärkt, schafft neuen Wohnraum. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für einen echten Kurswechsel in der Wohnungspolitik.

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