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Pressemitteilung vom 01.10.2026

Gemeinsam Lösungen für Eigentum und Wohnraum entwickeln

Haus & Grund Baden und Württemberg im konstruktiven Austausch mit Bauministerin Theresa Schopper: 

PM 1.10.2026

Wie wichtig private Vermieterinnen und Vermieter für den Wohnungsmarkt in Baden-Württemberg sind, wurde gleich zu Beginn des Gesprächs deutlich. „Ich habe die Umfrage wahrgenommen, dass rund 62 Prozent der privaten Vermieter in Baden-Württemberg darüber nachdenken nicht mehr zu vermieten“, sagt Theresa Schopper, die neue Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen in BW beim Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern von Haus & Grund Baden und Haus & Grund Württemberg. 

Sie bezieht sich dabei auf die aktuelle Vermieterbefragung von Haus & Grund. Schon zu Beginn des Gesprächs wird deutlich: Theresa Schopper (Grüne) ist mit den Themen und Herausforderungen privater Eigentümer vertraut. Gut informiert, pragmatisch und offen für Vorschläge entwickelt sich ein intensiver und konstruktiver Austausch über die Zukunft von Wohnen und Eigentum in Baden-Württemberg.

In den Händen der Ministerin liegt die frisch gedruckte Broschüre mit den Ergebnissen der Vermieterbefragung von Haus & Grund in Baden-Württemberg. Die Zahlen zeichnen ein deutliches Bild der Stimmung unter privaten Vermietern: Bürokratische Hürden, zunehmende Regulierung und ein vielfach negatives öffentliches Bild der Vermieter führen dazu, dass die Bereitschaft zur Vermietung sinkt. Aufmerksam geht Schopper die Ergebnisse durch. „Ich weiß, wie wichtig private Vermieter für Baden-Württemberg sind und wie verantwortungsvoll fast alle Privatleute mit der Vermietung umgehen“, sagt sie.

Für Haus & Grund ist genau diese Anerkennung von zentraler Bedeutung. Rund 80 Prozent aller Wohnungen im Land werden privat vermietet. Beide Landesverbände machen deshalb deutlich: Private Eigentümer und Vermieter sind nicht das Problem des angespannten Wohnungsmarktes – sie sind ein wesentlicher Teil seiner Lösung. Diese Einschätzung teilt die Ministerin: „Wir schaffen das mit dem Neubau alleine nicht, wir sehen die soziale Verantwortung der privaten Vermieter“, sagt sie.

Einigkeit besteht auch darin, dass aus der Politik wieder stärker positive Signale an private Eigentümer und Investoren gesendet werden müssen. Schopper setzt dabei nicht allein auf zusätzliche Finanzzuschüsse, sondern vor allem auf strukturelle Kostenreduktionen. Durch das Absenken überzogener Baustandards sollen Neubau und Sanierung einfacher und wirtschaftlicher werden. Ein Baustein dafür soll der neue BW-Standard sein. Für Haus & Grund kommt es nun insbesondere auf die praktische Umsetzung an. „Wichtig ist aber auch, dass die Änderungen tatsächlich in den örtlichen Bauämtern ankommen“, mahnt Sebastian Nothacker, Vorstand von Haus & Grund Württemberg diese an.

Wohnungsbestand als Schlüssel für mehr Wohnraum

Bereits im Juli hatte Schopper mit ihrer Position zur Mietpreisbremse eine öffentliche Debatte angestoßen. Sie verwies auf die Gefahr, dass dieses Instrument private Investitionen hemmen könne. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass für das Schaffen und Sichern bezahlbaren Wohnraums der bestehende Wohnungsbestand stärker in den Mittelpunkt rücken müsse. Dazu gehört für sie ausdrücklich, private Eigentümer zu aktivieren, anstatt deren Engagement durch zusätzliche Regulierung zu erschweren.

Beim weiteren Einsatz der Mietpreisbremse, wie er auch im Koalitionsvertrag vorgesehen ist, bleibt die Ministerin zwar bei ihrer bisherigen Position. Gleichzeitig zeigt sie sich offen dafür, die Gebietskulisse zu überprüfen, auf deren Grundlage das Regulierungsinstrument angewendet wird. Haus & Grund bringt hierzu seine kritische Position klar in den Dialog ein. Die Aufsichtsratsvorsitzende von Haus & Grund Württemberg, Gabriele Reich-Gutjahr, erklärt: „Die Mietpreisbremse schafft keine einzige neue Wohnung. Das ist ein Instrument, das wenig Nutzen schafft und für viel Ärger sorgt.“

Gerade angesichts der demografischen und gesellschaftlichen Veränderungen gewinnt die Frage, wie vorhandener Wohnraum besser genutzt und zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden kann, weiter an Bedeutung. Reich-Gutjahr weist auf den steigenden Wohnungsbedarf durch die wachsende Zahl kleinerer Haushalte hin: Mehr Menschen leben allein, Partnerschaften verändern sich und auch im Alter steigt die Zahl der Einpersonenhaushalte.

Ministerin Schopper will deshalb Planen, Bauen und Sanieren effizienter, wirtschaftlicher und digitaler gestalten. Genau hier sehen Haus & Grund und Ministerium wichtige gemeinsame Ansatzpunkte. Denn Investitionen in den Bestand werden nur stattfinden, wenn sie für private Eigentümer wirtschaftlich darstellbar bleiben. „Die Refinanzierung des Immobilieninvestments dauert zu lang und verlängert sich aktuell zusätzlich durch die hohen Sanierungsauflagen.“, merkt Lencke Wischhusen, Vorständin von Haus & Grund Baden an. Hohe Anforderungen, insbesondere bei energetischen Sanierungen, steigende Kosten und komplizierte Förderverfahren führen heute noch zu häufig dazu, dass notwendige Investitionen verschoben oder gar nicht erst vorgenommen werden.

Eigentum ermöglichen und Vermögensbildung stärken 

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist die Wohneigentumsbildung. Im Land der Häuslebauer ist der Wunsch nach den eigenen vier Wänden nach wie vor stark ausgeprägt – und keineswegs nur bei älteren Generationen. „Auch für junge Menschen“, betont Nothacker. Das zeigen unsere Straßenumfragen, die die beiden Landesverbände in Karlsruhe und Stuttgart für unsere Social-Media-Kanäle durchgeführt haben.“

Für Haus & Grund ist Wohneigentum weit mehr als eine Frage des Wohnens. Es ist ein wichtiger Baustein privater Vermögensbildung, persönlicher Unabhängigkeit und Altersvorsorge. Gerade jungen Familien und Ersterwerbern wird der Zugang zu Eigentum jedoch durch hohe Kaufnebenkosten zunehmend erschwert. Beide Landesverbände werben deshalb für eine spürbare Entlastung beim Erwerb von Wohneigentum, insbesondere für Ersterwerber, und plädieren für eine deutliche Senkung der Grunderwerbsteuer.

Dialog fortsetzen, gemeinsam Lösungen entwickeln 

Das Gespräch macht deutlich, dass Ministerium und Haus & Grund nicht in allen Fragen dieselbe Position vertreten müssen, um gemeinsam Fortschritte zu erzielen. Entscheidend ist der offene und sachorientierte Austausch darüber, wie mehr Wohnraum geschaffen, der Bestand modernisiert und privates Engagement gestärkt werden kann. 

Ministerin Theresa Schopper zeigt sich dabei als kompetente und aufmerksame Gesprächspartnerin, die die Bedeutung privater Eigentümer für den baden-württembergischen Wohnungsmarkt anerkennt und offen für konkrete Vorschläge aus der Praxis ist. Die Vertreter von Haus & Grund Baden und Württemberg wiederum bringen die Erfahrungen ihrer Mitglieder und konkrete Lösungsansätze in diesen Dialog ein. 

Im Bild: v.l. Gabriele Reich-Gutjahr - Vorsitzende Aufsichtsrat H&G Württemberg, Sebastian Nothacker - Vorstand H&G Württemberg, Theresa Schopper - Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen BW, Lencke Wischhusen - Vorständin H&G Baden

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