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Smart Meter
Wie steht es um den Smart-Meter-Ausbau in Deutschland?
Intelligente Messsysteme, genannt Smart Meter, gelten als Schlüsseltechnologie der Energiewende. Sie sollen den Stromverbrauch transparenter machen und dabei helfen, ein zunehmend dezentrales Energiesystem mit Photovoltaik-Anlagen, Wärmepumpen und Elektroautos effizient zu steuern.
Doch während viele europäische Länder intelligente Stromzähler bereits flächendeckend eingeführt haben, hinkt Deutschland hinterher. Erst mit dem Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende und den Änderungen des Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG) wurden die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, um den sogenannten Smart-Meter-Roll-out zu beschleunigen. Seit 2025 nimmt die Einführung zwar deutlich an Fahrt auf – dennoch bleibt der Weg bis zur flächendeckenden Digitalisierung des Messwesens lang.
Seit 1. Januar 2025 sind die grundzuständigen Messstellenbetreiber verpflichtet, den Einbau intelligenter Messsysteme schrittweise voranzutreiben. Gleichzeitig haben alle Verbraucher seit 2025 grundsätzlich einen Anspruch darauf, auf eigenen Wunsch einen Smart Meter installieren zu lassen.
Der Roll-out kommt – aber unterschiedlich schnell
Die Entwicklung verläuft allerdings sehr unterschiedlich. Während große Messstellenbetreiber ihre Einbauprogramme deutlich ausgeweitet haben, kämpfen viele kleinere Unternehmen weiterhin mit personellen, organisatorischen und technischen Herausforderungen.
Nach Angaben der Bundesnetzagentur waren Ende 2025 rund 23 Prozent der gesetzlich verpflichtenden Einbaufälle mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet. Damit wurde die gesetzlich vorgegebene Mindestquote von 20 Prozent erreicht. Insgesamt schreitet der Ausbau zwar voran, die Geschwindigkeit variiert jedoch regional stark.
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Wer erhält einen Smart Meter?
Nicht jeder Haushalt bekommt automatisch ein intelligentes Messsystem. Das Messstellenbetriebsgesetz sieht den verpflichtenden Einbau zunächst für bestimmte Verbrauchergruppen vor. Dazu gehören Haushalte mit einem durchschnittlichen Jahresstromverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden, Betreiber von Photovoltaik-Anlagen mit mehr als 7 Kilowatt installierter Leistung sowie Kunden mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen oder Wallboxen.
Alle übrigen Haushalte erhalten zunächst eine moderne Messeinrichtung – einen digitalen Stromzähler ohne Kommunikationsmodul. Auch diese Geräte ersetzen die bisherigen elektromechanischen Ferraris-Zähler und ermöglichen eine deutlich bessere Übersicht über den eigenen Stromverbrauch. Eine automatische Fernübertragung der Messdaten erfolgt jedoch erst mit einem intelligenten Messsystem.
Warum der Roll-out so wichtig ist
Der Smart Meter ist weit mehr als ein digitaler Stromzähler. Er bildet die technische Grundlage für zahlreiche Anwendungen der Energiewende. Netzbetreiber erhalten genauere Informationen über Lastflüsse im Stromnetz und können Engpässe besser erkennen. Gleichzeitig lassen sich dezentrale Erzeugungsanlagen wie Photovoltaik oder Batteriespeicher effizienter integrieren.
Auch Verbraucher profitieren von der Neuerung. Mit einem intelligenten Messsystem können Stromverbräuche nahezu in Echtzeit ausgewertet werden. Das erleichtert es, Stromfresser zu identifizieren und den Energieverbrauch gezielt zu reduzieren.
Besonders wichtig wird dies im Zusammenhang mit dynamischen Stromtarifen. Seit Januar 2025 müssen alle Lieferanten entsprechende Tarife anbieten. Smart-Meter-Nutzer können dadurch elektrische Energie dann verbrauchen, wenn an der Strombörse besonders niedrige Preise gelten – beispielsweise bei hoher Einspeisung aus Wind- oder Solarenergie. Wer eine Wärmepumpe, ein Elektroauto oder einen Batteriespeicher besitzt, kann seine Stromkosten dadurch spürbar senken. Gleichzeitig wird das Netz entlastet.
Ausblick
Mit den inzwischen verbindlichen Ausbauquoten wächst der Druck auf die Messstellenbetreiber. Bis Ende 2030 sollen mindestens 95 Prozent der gesetzlich verpflichtenden Einbaufälle mit intelligenten Messsystemen ausgestattet sein. Spätestens 2032 sollen die bisherigen analogen Ferraris-Zähler vollständig passé sein.
Anna Katharina Fricke
Chefredakteurin