Werden Sie Mitglied in einem unserer Ortsvereine in Baden und profitieren von vielen Vorteilen!

» Anfrage Mitgliedschaft
Linke Navigation
Menü
Topthemen einblenden
Topthemen

Urteile

Aktuelle Rechtsprechung!

Hier finden Sie interessante und nützliche Rechtsprechung zu den Themen Mietrecht, Wohnungseigentumsrecht, Baurecht, Nachbarrecht und anderen Rechtsgebieten rund um das Thema Immobilien und ihre Bewirtschaftung.

Das aktuelle Urteil:

BGH-Urteil I ZR 129/25 vom 29.01.2026

Wohnungsmakler schuldet Schadensersatz wegen Benachteiligung einer Mietinteressentin aus ethnischen Gründen


Der Fall

Der Beklagte betreibt ein Maklerbüro. Die Klägerin bewarb sich im November 2022 mehrfach über ein Online‑Formular um einen Besichtigungstermin für eine von dem Beklagten vermittelte Wohnung unter Verwendung ihres pakistanisch klingenden Namens – alle Anfragen wurden abgelehnt. Weitere Anfragen mit ausländisch klingenden Namen blieben ebenfalls erfolglos, während inhaltlich identische Anfragen (Einkommen, Beruf, Haushaltsgröße) unter den Namen „Schneider“, „Schmidt“ und „Spieß“ jeweils zu Besichtigungsterminen führten.

Die Klägerin sah sich allein wegen ihrer ethnischen Herkunft benachteiligt und machte einen Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) geltend; sie verlangte eine Entschädigung und Erstattung vorgerichtlicher Anwaltskosten.

Die Rechtslage

Der BGH bejahte einen Verstoß gegen das Benachteiligungsverbot wegen ethnischer Herkunft. Die unterschiedliche Behandlung der Anfragen unter nichtdeutschen und deutschen Namen stellte ein hinreichendes Indiz für eine Diskriminierung dar; die von der Klägerin veranlassten „Testing“‑Anfragen sind rechtlich zulässig und nicht rechtsmissbräuchlich.

Der Makler ist als mit der Auswahl potentieller Mieter betrauter Dienstleister selbst Adressat des Benachteiligungsverbots und haftet daher nach § 21 Abs. 2 AGG auf Ersatz immateriellen Schadens (hier 3.000 €) sowie auf Erstattung vorgerichtlicher Rechtsanwaltskosten. Dass daneben auch der Vermieter haften könnte, schließt die Eigenhaftung des Maklers nicht aus.

Fazit

Das Urteil macht deutlich: Diskriminierende Auswahlentscheidungen bei der Wohnungsvermittlung – etwa durch systematische Ablehnung „ausländischer“ Namen – können zu eigenständigen Schadensersatzansprüchen gegen den Makler führen.

Sie sind unsicher und haben noch Fragen?

Ihr Ortsverein berät Sie gerne!

Die in diesem Artikel gegebenen Informationen stellen keine rechtliche Beratung dar. Sie sind allgemeiner Natur und sollen lediglich einen Überblick über das Thema bieten. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Informationen übernommen.

Urteile

28.01.2026
Unzulässigkeit einer gewinnbringenden Untervermietung von Wohnraum
20.11.2025
Ohne Gerichtsurteil keine eigenmächtige Räumung
14.11.2025
Kein Zurückbehaltungsrecht des Wohnungseigentümers am Hausgeld
06.08.2025
Der vermietende Wohnungseigentümer haftet für Sturz des Mieters auf Gemeinschaftsfläche
18.07.2025
Beauftragung von Anwälten und Gutachtern durch die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer
18.06.2025
Nutzungsentschädigung nach Mietende: Rückforderung der Mietsache ist entscheidend
26.03.2025
Mieterhöhung aufgrund energetischer Modernisierung
21.03.2025
Ohne Gestattungsbeschluss keine baulichen Veränderungen
14.02.2025
BGH-Urteil zur Kostenverteilung in Wohnungseigentümergemeinschaften
29.01.2025
Schlüssel im Briefkasten reicht für Verjährungsbeginn
22.11.2024
Eigenbedarfskündigung für eine Zweitwohnung
22.10.2024
Mieterhöhung für Mietvertrag über Wohnung und Stellplatz
10.07.2024
Aufrechnung mit verjährten Schadensansprüchen gegen Mietkaution
Home
Drucken
Kontakt
Teilen